Geschichte

Geschichte des Sitzens

Im alten Ägypten thronten nur die Pharaonen als Symbol ihres Machtstatus. Während es ansonsten üblich war, sich auf dem Boden niederzulassen, nahmen sie als Herrscher die erhobene Position auf einem Sitz ein.

Die weitere Verbreitung der Sitzhaltung vollzog sich, beginnend mit dem Thronen der Könige und Fürsten, an den Plätzen weltlicher und geistlicher Macht, in Herrscherhäusern und Klöstern.
In der Folge, etwa ab dem 16. Jahrhundert, wurde die Praxis des Sitzens vom erstarkenden Bürgertum übernommen.

Tische
Tische werden meist verwendet, um Gegenstände, Geräte und andere zu bedienende Elemente auf eine erhöhte Position zu bringen, um leichter auf sie zugreifen zu können.

Ein Tisch (v. griech.: “δίσκος” (dískos) = Platte, Scheibe) mit Speisen eingedeckt auch Tafel ist ein Möbelstück, welches sich durch eine zugängliche, meist ebene Fläche charakterisieren lässt. Die am häufigsten auftretenden Kategorisierungen sind wahrscheinlich Ablage, Esstisch und Arbeitsfläche.

Schränke
Ein Schrank war ursprünglich ein elliptischer, kastenartiger Behälter (auch Pferdenkindel genannt), der in der Kirche zur Aufbewahrung der heiligen Geräte, der Priestergewänder usw. diente und deshalb an der Vorderseite vergittert wurde.

Später erhielt der Schrank Türen, die mit Malereien verziert waren, und wurde auf vier niedrige Pfosten gesetzt, die erst in der Renaissancezeit zu gedrehten Füßen ausgebildet wurden. Abweichend davon war ein Stollenschrank ein auf hohen Pfosten stehender Schrank.

Von der Vergitterung blieb später, als der Schrank in den profanen Gebrauch übergegangen war, in der Schranktür eine kleine vergitterte Öffnung übrig, hinter der man Heiligenbilder, Reliquien, Prunkstücke und dergleichen zur Schau stellte.

Unter dem Einfluss des gotischen Stils wurde der Schrank architektonisch gegliedert (Fassadenschrank), und die Füllungen der Türen wurden entweder mit Schnitzereien, Intarsien oder Gemälden verziert, die dann ab der Renaissancezeit zu immer größerer Vielfalt weiterentwickelt wurden.

Der Schrank der Renaissance blieb auch für die spätere Gestaltung dieses Möbelstückes bis hin zur Gegenwart maßgebend.

Kommoden
Eine Kommode (zu französisch commode, «bequem») ist ein mit Schubladen ausgestattetes Schrankmöbel. Entwickelt wurde sie aus der Truhe oder dem Kabinettschrank. Im Vergleich zur Truhe wurde sie als praktischer, als kommod empfunden. Kommoden sind seit Anfang des 18. Jahrhunderts in Gebrauch.

Buffet
Oft wird ein Büfett Anrichte genannt und umgekehrt. Es gibt jedoch historisch einen wesentlichen Unterschied in der Entstehung dieser beiden Möbel. Das Büfett hat sich aus der Truhe entwickelt, die Anrichte hat sich aus dem Tisch entwickelt. Insbesondere bei Antiquitäten kann man noch deutlich die Unterschiede der Entwicklung, beginnend mit der Spätgotik, sehen. So standen Anrichten oft frei im Raum und sind allseitig verziert. Büfetts standen auch damals schon an der Wand und sind an der Rückseite nicht verziert. Historisch betrachtet ist nur das Büfett ein Schrank, die Anrichte jedoch eine Art Tisch

Eine Anrichte oder Kredenz ist ein halbhohes, zwei- oder mehrtüriges Möbelstück zur Aufbewahrung von Tischdecken und Tafelgeschirr und einer Arbeitsfläche zum Anrichten von Speisen.

Sekretär
Ein Sekretär oder auch Schreibschrank ist ein historisches Möbel mit einer Schreibfläche. Es hat sich aus dem Kabinettschrank entwickelt und war im Gegensatz zum Stehpult vornehmlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Großer Beliebtheit erfreute sich das Möbel im 18. Jahrhundert.

Frühe Exemplare sind einem Schrank oder einer Kommode entlehnt, spätere gleichen eher einem Tisch mit Aufsatz. Das Design der Möbel varierte zwischen diesen funktionalen Extremen, aber auch zwischen den Stilen verschiedener Epochen.

Truhen
Truhen gab es bereits im Altertum. Schon im 1. Jahrhundert begann man im Römischen Reich, Truhen aufzustellen und sie wie Schränke zu benutzen. Dennoch hielten sich die Truhen weiterhin als praktischer Behälter zur Lagerung von Kleidung, da sie schnell zum Transport bereit waren. Die ältesten erhaltenen Truhen des Mittelalters stammen aus dem 12. Jahrhundert und sind lange, schmale Kisten auf hohem Untergestell.

Etwa um 1300 gibt es die sogenannte Satteldach-Truhe mit schrägestelltem Deckel und in gedrungener Form mit kurzen Fußstollen. Sie war kastenförmig und geräumig. Die Truhe muss zumindest zeitweilig auch als Sitzmöbel gedient haben, denn später gab es Truhen mit Rückenlehne und ganz flacher Deckelplatte. Der Höhepunkt der Truhenkultur bilden die reich verzierten wertvollen Pracht- und Prunktruhen des 16. Jahrhunderts.